Neu-Ulmer Zeitung
15.04.2010
Magischer Trioabend im Kerzenschein
Neu-Ulm Alles stimmte bei diesem Candle-Light-Konzert im Wiley Club: das Wohlfühlambiente, eine Weltklasse-Musikerin und der gute Zweck. Der Erlös dieses Abends kommt dem Kinderhospiz St. Nikolaus
Bad Grönenbach zugute. Irgendwie hat die kanadische Sängerin und Komponistin Melanie Dekker an Ulm /Neu-Ulm einen Narren gefressen. Wann immer sie durch Europa tourt, macht sie hier Station. Bei der letzten Tournee im Café Einstein, jetzt in neuer Besetzung im Wiley Club.
Im Wiley Club tritt der kanadische Superstar mit zwei Musikern auf, die die Sängerin in ihrer Vielseitigkeit wundervoll ergänzen: die elfengleiche Geigenvirtuosin Elyse Jacobson und ihr junger Lebenspartner Mike Bell. Sie gaben nach der Pause eine bemerkenswerte klassische Einlage, sind beide in Berlin die Köpfe der Rockfusion-Band „The Living“. An der Seite von „Mel“ schaffen sie den Backround, der den wunderschönen Balladen eine intime Atmosphäre verleiht. Melanie Dekker‘s Stil ist New-Pop ohne großen Pomp, gespickt mit sehr dezenten Countryeinflüssen - manchmal ist man versucht, sie mit Tracy Chapman zu vergleichen. Zuweilen wird wird an man an Joni Mitchell erinnert, dann an Tracy Chapman, was für die Vielseitigkeit der Künstlerin mit ihrem unglaublichen Gesangspotenzial spricht - ganz abgesehen von ihrer Perfektion an der Akustikgitarre. Natürlich stellt sie ihre drei aktuellen Hits „When I think of you“, „Blue blanket“ und „I said I“ vor, die sich in den kanadischen Charts festgebissen haben, aber auch frühere Kompositionen, viele davon Ohrwürmer zum Kuscheln, werden mit Verve zelebriert, als seien sie gestern komponiert.
Durch die spärliche, aber enorm präzise Instrumentierung bekommt Melanies Stimme eine besondere Dominanz, und man kann den früheren US-Präsidenten Bill Clinton gut verstehen, dass „Mel“ eine seiner Lieblingssängerinnen ist. Charmepower und eine Prise Sexappeal sind das Markenzeichen der attraktiven Folkrock-Lady mit den langen Beinen und blonden Haaren. Das Publikum war hingerissen von einer Frau, die keinen technischen Aufwand braucht, um beim Publikum anzukommen und ihre Lieder im ruhigen Sprachfluss immer wieder kommentiert. Die Texte ihrer schwebend-schönen Songs treffen den Zuhörer direkt ins Herz.
Von Peter Michael Bluhm
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